Lapin Enterprise
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Das Treffen mit dem Restaurateur

Wenn man renovierte Fassaden und Dächer des alten Sankt-Petersburgs bewundert, kommt man früher oder später auf den Gedanken über Personen, denen wir das alles zu verdanken haben. Eine dieser Personen ist Alexej Stanislawowitsch Lapin, der Gründer und Generaldirektor der Sankt-Petersburger Baugesellschaft "Lapin Enterprise". Ich traf ihn im Mitropoliten-Haus des Alexander-Nevskij-Klosters am Fluss Monastyrka, wo früher Produktionsgebäude des Werks "Prometej" , und heute - seine Gesellschaft untergebracht wurde. Das Erbstück war sehr und sehr problematisch: in dem Mitte des 18. Jahrhunderts vom Architekten P.A. Trezini errichteten Gebäude mussten Maschinengestelle und Produktionsleitungen demontiert, und vom Hof - ganze Berge Baumüll weggetragen werden; jetzt entstanden hier nach europäischem Standard eingerichtete und ausgestattete Büroräume. Mein Gesprächspartner ist ein stämmiger untersetzter fünfunddreissigjähriger Mann, tatkräftig und selbstsicher. Sein Haar ist nach hinten gekämmt und zu einem Zopf geflochten, seine lakonische, fast abrupte Redeweise zeugt von einer emotionalen, aber selbstbeherrschter Natur. Herr Lapin ist ein geborener Petersburger, worauf er offenbar stolz ist. In der Jugend liess er sich von der Alpinistik hinreissen, die später zu seinem Beruf geworden ist: seine ersten Aktivitätten im Baubereich waren eben Hocharbeiten mit der Verwendung der Methodik der Industriealpinistik. Das Leben zwang ihn aber zum allmählichen Hinabsteigen vom Himmel auf die Erde: zuerst Dächer und Mansarden, dann Fassaden und später auch andere Arten der Ausstattungs- und Restaurationsarbeiten.

Er ist in seine Arbeit gänzlich vertieft und ist mit den erzielten Ergebnissen vollkommen zufrieden. Seine Gesellschaft hat Herr Lapin vor sieben Jahren gegründet. Als er seine Tätigkeit mit Dachdeckarbeiten begann, verstand er sehr schnell, dass seine Hauptaufgabe besteht im Erreichen und Sichern der Qualität durch die Arbeit mit qualifiziertem Personal und modernsten Technologien. Im Laufe der "Stagnationsjahre" war das Dachdeckergewerbe degradiert, gute Dachdecker sind selten geworden: die Arbeit ist schwer, die Bezahlung aber recht kläglich. Zur Zeit umfasst die Datenbasis der Gesellschaft "Lapin Enterprise" ausser den fest eingestellten Mitarbeitern zusätzlich noch mehr als zweihundert Dachdecker, und einige von ihnen haben Erfahrungen der Arbeit in den Ländern Europas. Die Gesellschaft hat spezielle Anlagen gekauft und hat anhand derselben bei sich die Rollentechnologie des Doppelfalz-Starrdachaufbaus aus verzinktem Stahl, Zink, Kupfer usw. eingeführt. Die Gesellschaft gewährt ihren Auftraggebern 10 Jahre Garantie für die Dachdecker- und 5 Jahre Garantie für die Fassadenarbeiten. Mit der Zeit kam auch das Können auf dem Gebiet der extra komplizierten Arbeiten an Dächern mit individuellem Profil wie Kuppeln, Spitzen, Türme.

Die komplizierteste Arbeitsart sind Mansardendächer. Jede Abweichung von den Bauregeln und den Bestimmungen des Architekur-Restaurationsauftrags beeinträchtigt das Äussere des historischen Gebäudes, was jedem Passanten gut sichtbar ist. Selbst kleine Projektierungs- oder Ausführungsfehler können zu irreparablen Schäden der Innenausstattung wegen Kondensatansammlungen, zum Verlust der Wärmedämmungseigenschaften des "Dachkuchens", zur Korrosion des Dachstoffs führen. Hier ist das feinste Berufskönnen und grosse Erfahrung der Dachdeckerarbeiten erforderlich. Lapins Gesellschaft hat verantwortungsvolle Arbeiten an der Kirche der Verkündigung der Heiligen Muttergottes und am Kriegsmarineinstitut Sankt-Petersburg (Marinekadettenkorps) auf der Wassilij-Insel, am Alexander-Palast in der Stadt Puschkin, an der Villa von E.P. Casalet (Tenischews) in der Anglijskaja Uferstrasse, an der Nikolaus-Einsiedelei des Klosters Walaamskij und am Gebäude der ehemaligen deutschen Botschaft auf dem Isaaks-Platz ausgeführt. In den letzten Jahren hat die Gesellschaft reiche Erfahrungen der Fassadenreparatur und -Restauration von Kirchen, Wohnhäusern, Industriegebäuden, auch in der historischen Stadtmitte, angesammelt. Alle Arbeiten an den Bauten mit dem Status eines Architekturdenkmals werden alle Arbeiten auf Grund der Architekur-Restaurationsaufträge unter strenger Kontrolle seitens der Mitarbeiter des KGIOP (des Stadtkomitees für staatlichen Denkmalschutz) ausgeführt. Es wird auf Grund der Aussenuntersuchungen gearbeitet, chemische Analyse erhalten gebliebener Werkstoffe und die Feuchtigkeitsmessungen der Wände vorgenommen. Auf Grund dieser Untersuchungsergebnisse wird ein technologisches Arbeitsplan mit der Berücksichtigung der Klimabesonderheiten Sankt-Petersburgs erarbeitet. Für die Fassadenuntersuchungen werden führende Fachkräfte spezieller Forschungs- und Restaurationsinstitutionen, Verfahrenstechniker der Herstellerfirmen der Fassadenwerkstoffe angeworben. An den Objekten wird die hydrodynamische Fassadenreinigung verwendet, bei Bedarf können die verlorenen Elemente des Plastikdekors wiederhergestellt werden.

Die ansehnlichsten Resultate hat "Lapin Enterprise" bei der Restauration der Andreas-Kathedrale, der Kirche der Muttergottesikone "Aller trauernden Trost" in der Spalernaja Strasse und der Seekathedrale Nikolo-Bogojawlenskij erzielt. Zur Zeit werden schwere und interessante Restaurationsarbeiten an solchen bekannten Architekturdenkmälern wie der Mariinski-Palast, der Flügel und die Manege des Ersten Kadettenkorps und die Philharmonie durchgeführt. Noch ein paar Worte über das, was "Lapin Enterprise" an diesen Objekten bereits gemacht hat.

Die Seekathedrale Nikolo-Bogojawlenskij (Nikolskaja-Platz, 1/3). Hier hat die Gesellschaft in den Jahren 1997-1998 die Restauration und Reparatur der Fassade und des Dachs der Kathedrale, des Glockenturms und der Bürogebäude vorgenommen. Die Kathedrale mit dem Glockenturm und der Umzäunung wurde 1753-1762 vom Archikten S.I. Tschewakinskij gebaut. Dieweiss und blau angestrichenen Fassaden sind mit einzelnen, doppelten und dreifachen 3/4-Kolonnen verziert und durch das Gebälk mit reich profiliertem Sims und dem zentralen bogenförmigen Giebel mit Plastikfüllung abgeschlossen. Die bogen- und halbkreisförmigen Fenster sind mit Überdeckungsgesims und mit Plastiken dekoriert. Auf drei Fassaden gibt es Balkone mit geschmiedeten Masswerkgittern.

Der Mariinski-Palast (Isaaks-Platz, 6). Von 1999 bis heute wird hier der Fassadenschmuck restauriert und die ursprünglichen Fensterauffüllungen wiederhergestellt. Einer der bekanntesten Bauten wurde in den Jahren 1839-1844 vom Architekten A. I. Stakenschneider gebaut. Den zentralen Teil des Gebäudes unterstreichen Attika, Kolonnen, ein breiter Balkon, der auf einem als offene Arkade errichteten Aufgang ruht. Die Innenausstattung der Enfilade der Gala-Säle zeichnet sich durch raffinierten Prunk aus.

Die Kirche der Muttergottesikone "Aller trauernden Trost" (Spalernaja Str. Haus Nr.35). Gabaut 1817-1818 auf den Entwurf des Architekten L. Rusk. Hier erfolgte die Restauration der Fassaden und der Plastik-Wandbilder. Der kubische Prunkbau der Kirche mit der Zentralkuppel ist ein Musterwerk des hohen Klassizismus. Seine zur Spalernaja Str. ausgehende Hauptfassade ist mit einem jonischen Festportal unterstrichen. Über den hohen Bogenfenster der zum Tschernyschewskij-Prospekt ausgehenden Seitenfassade sind fünf rechteckige Reliefwandbilder zu den Sujets aus dem Evangelium angebracht.

Die Kathedrale des Heiligen Apostels Andrej den Erstberufenen (Andreas-Kathedrale) (6. Linie der Wassilij-Insel, Haus Nr. 11). Gebaut in den Jahren 1764-1780 vom Architekten A.F. Vist. Zum heutigen Moment wird nach sorgfältiger Untersuchung und Reinigung die im Mai 2001 begonnene Restauration der Fassade und des Plastikschmucks vollendet. Das im Plan dreiblättrige Hauptgebäude der Kathedrale ist mit in die Höhe fliegenden fünf Kuppeln auf zweistöckigen Trommeln gekrönt. Die monumentale zentrale Kuppel ist mit vier Türmen der kleineren Kuppeln umringt. In der Gestaltung der Fassaden folgen hohe halbkreisförmige Tür- und Fensteröffnungen mit Pilaster des toscanischen Orders aufeinander. Über dem westlichen Haupteingang befindet sich eine geschnitzte Holzkomposition: das von zwei Engelsfiguren getragene Heraldikschild mit stilisierter Abbildung des Ordens des Heiligen Andrej des Erstberufenen.

Der Flügel und die Manege des Ersten Kadettenkorps (Universitetskaja, Haus Nr. 13). Das Gebäude wurde in den Jahren 1756-1759 vom "Meister der Baukünste" I.G. Borhard errichtet und besteht aus dem zweistöckigen Flügel, dessen Paradefassade der Newa zugekehrt ist, und der einstöckigen Mange, die in der Richtung der Grundstückstiefe langgezogen ist. Der zentrale Teil der Fassade ist mit einem Bogengiebel mit dem Emblem des Kadettenkorps: dem Schwert und dem Merkurstab - verziert. Die Säulenköpfe aus Alabaster wurden vom "Meisters der Putzkünste" Dissel, die Plastiken innerhalb des Giebels und Cartouchen in Fensterverkleidungen - von I. Just entworfen. Öfterer Besitzerwechsel und die Reparaturarbeiten der letzten Jahrzehnte mit ihrer niedriger Qualität haben den Dekor in jämmerlichen Zustand gebracht. Zur Zeit werden nach der Entfernung vieler fremder Schichten die Fassaden und der Plastikschmuck restauriert, das Dach und die Innenausstattung wiederhergestellt sowie Tiefbaunetze neu verlegt.

// Konstantin Plotkin
"Design und Bau Sankt-Petersburgs " 3 (17) 2002 (Sommer)

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